Hintergrund

Unsere Kilmerstuten


Kilmerstuten

Der Kilmerstuten (in einigen Regionen auch Kilberstuten) ist eine besondere Form eines Stuten, welcher traditionell in Nordwestdeutschland verzehrt wird.
Das Kilmerstuten genannte Bäckerei-Erzeugnis weist weitestgehend dieselbe Zusammensetzung auf wie ein Weggen.

Die Besonderheit beim Kilmerstuten liegt darin, dass er eigentlich nur zu einem bestimmten Anlass gebacken und verzehrt wird.
Gleichwohl werden „Kilmerstuten“ genannte Brote, auch in Scheiben geschnitten, durchaus auch verkauft, z. B. auf dem Vechtaer Stoppelmarkt. In den Jahren 2002, 2005 und 2008 bot die Stadt Vechta als Gastgeberin auf einer „Stoppelmarkt“ genannten Veranstaltung in der Landesvertretung des Landes Niedersachsen in Berlin den Gästen „Kilmerstuten mit Schinken, Kirmesbratwurst und Frischgezapftem“ an, um so auch in Berlin für den Stoppelmarkt zu werben. Bäcker aus dem Oldenburger Münsterland haben den „Original Kilmerstuten Oldenburger Münsterland“ im Januar 2011 als eingetragene Marke registrieren lassen.

Einen Kilmerstuten traditioneller Art (5 bis 7 kg) bringen innerhalb eines Jahres nach der Geburt Vereine, Freunde oder Arbeitskollegen der Eltern zu Ehren des Kindes in das Elternhaus. Zum Brauchtum gehört es, den Namen des Neugeborenen in Marzipan-Buchstaben auf den Stuten zu schreiben.

In einigen Regionen (z. B. Emsland, Grafschaft Bentheim oder dem Osnabrücker Land) richtet sich die Länge des Stutens nach der Anzahl der Kinder: beim ersten Kind ein Meter, beim zweiten Kind zwei Meter usw. In diesen Regionen wird der Kilmerstuten auch als Weggen bezeichnet.

Der Stuten wird dann auf einer Holzleiter abgelegt und von vier Personen getragen. Die Gruppe zieht durch die Nachbarschaft der Eltern des Kindes und klingelt an jeder Haustür, um ein Ständchen zu singen. Dabei werden diverse lokale Spirituosen von den Nachbarn an die singenden Leute verteilt. Eine Variante besteht darin, dass die Kilmerstutenüberbringer sich vor dem Besuch bei den Eltern in einer Gastwirtschaft treffen oder eine Laufstrecke vereinbaren, an der mehrere Gaststätten liegen, bei denen sie einkehren. Oft übernehmen dabei die Kindseltern die Kosten für die Zeche.